20.07.2026 | Zurück zur Übersicht


Programm Erwachsenenlehre

Die Erwachsenenlehre - unser dritter absolvent!

Die Förderung und Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Mit unserem Programm der Erwachsenenlehre ermöglichen wir erfahrenen Mitarbeitenden, ihre langjährige Praxiserfahrung mit einem anerkannten Berufsabschluss zu ergänzen. Davon profitieren beide Seiten: Unsere Mitarbeitenden erweitern ihre beruflichen Perspektiven und wir gewinnen noch besser qualifizierte Fachkräfte. Eine echte Win-win-Situation für die Hans Eberle AG und unsere Mitarbeitenden.

Erfahrung trifft ausbildung

Ein eindrückliches Beispiel dafür ist Jasmin Sahinovic. Mit 40 Jahren entschied er sich, die Ausbildung zum Produktionsmechaniker EFZ zu absolvieren und schloss diese vor wenigen Wochen erfolgreich ab. Sein Weg zeigt, dass Lernen keine Frage des Alters ist, sondern von Motivation, Ausdauer und dem Willen zur persönlichen Weiterentwicklung lebt. 

Im folgenden Interview erzählt Jasmin, weshalb er sich für diesen Schritt entschieden hat, welche Herausforderungen ihn während der Ausbildung begleitet haben und warum er anderen Mitarbeitenden eine Erwachsenenlehre jederzeit empfehlen würde.

 

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«Ich musste zuerst wieder lernen, wie man lernt.» 

Ein eindrückliches Beispiel dafür ist Jasmin Sahinovic. Mit 40 Jahren entschied er sich, die Ausbildung zum Produktionsmechaniker EFZ zu absolvieren und schloss diese vor wenigen Wochen erfolgreich ab. Sein Weg zeigt, dass Lernen keine Frage des Alters ist, sondern von Motivation, Ausdauer und dem Willen zur persönlichen Weiterentwicklung lebt. Dabei konnte er auch auf den Rückhalt seiner Familie zählen: Seine erwachsenen Kinder unterstützten ihn insbesondere beim Einstieg in die digitale Lernwelt und im Umgang mit den digitalen Lernplattformen.

Im folgenden Interview erzählt uns Jasmin, weshalb er sich für diesen Schritt entschieden hat, welche Herausforderungen ihn während der Ausbildung begleitet haben und warum er anderen Mitarbeitenden eine Erwachsenenlehre jederzeit empfehlen würde.

 

Hans Jörg

Das Interview mit Jasmin Sahinovic

 

Was hat dich dazu gebracht, mit 40 jahren eine Lehre zu absolvieren?

Eigentlich ist die Entscheidung eher aus der Situation heraus entstanden. Bei der Arbeit war gerade nicht
so viel los, und ich wurde als Springer in verschiedenen Abteilungen eingesetzt. Als Marc Dönni dann die
Idee mit der Lehre einbrachte, war ich zuerst noch unsicher. Aber ich habe schnell gemerkt, dass das eine
riesige Chance für mich ist, und habe den Mut gefasst, es durchzuziehen.

Konntest du deine bisherige lebenserfahrung im Berufsalltag oder sogar in der berufsschule als vorteil nutzen?

Ja, auf jeden Fall. Durch meine Lebenserfahrung wusste ich einfach schon, wie das Arbeitsleben läuft,
und hatte eine andere Einstellung als viele der jüngeren Mitschüler. Ich konnte sie dadurch oft motivieren
und mit meiner Disziplin unterstützen. Auch im Unterricht half mir meine Erfahrung: Da ich viele Abläufe
aus der Praxis bei der Hans Eberle AG schon kannte, konnte ich die theoretischen Zusammenhänge viel
schneller greifen.

Wie hast du die umstellung erlebt, wieder in die schule zu gehen?

Nach 20 Jahren ohne klassischen Schulunterricht war das anfangs tatsächlich eine riesige Umstellung
und schwer vorstellbar. Ich musste erst wieder das Lernen lernen. Am Anfang fragte ich mich echt, wie ich
die ganzen neuen Informationen überhaupt in meinem Kopf abspeichern soll [lacht].

Du warst mit jugendlichen in der klasse - wie war das als erwachsener?

Das war extrem spannend! Meine Klassenkameraden waren in der Altersgruppe meines Sohnes, das war
schon speziell. Aber alle waren super nett zu mir. Ich wurde überhaupt nicht anders behandelt, was mich
positiv überrascht hat. Die Lehrer waren sehr zufrieden mit uns, und ab und zu konnte ich die Jungs auch
etwas bremsen, wenn es mal zu wild wurde. Wir waren wirklich eine coole Truppe.

Was war für dich die grösste herausforderung an der ausbildung?

Ganz klar die Schule. Wie gesagt, ich war einfach komplett aus der Übung, was das Lernen angeht. Dazu
kam, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Das hat das Verstehen und Lernen der Theorie
manchmal doppelt anstrengend gemacht.

Wie hast du beruf, schule und privatleben unter einen hut gebracht?

Puh, am Anfang war das extrem stressig. Ich hatte keinen richtigen Plan und wusste nicht genau, was da
auf mich zukommt. Als ich mich aber mal eingelebt hatte, kam die Organisation von allein. Ich musste
lernen, Prioritäten neu zu setzen. Ich habe in dieser Zeit zum Beispiel weniger Sport gemacht, um genug
Zeit für die Schule und vor allem für meine Familie zu haben. Rückblickend war es das aber absolut wert.

Wie wurdest du vom Kanton glarus während der ausbildung konkret unterstützt?

Da möchte ich mich als Erstes von ganzem Herzen bedanken. Ohne die Unterstützung vom Kanton wäre
das niemals möglich gewesen. Ich bin unglaublich froh, dass wir in der Schweiz so tolle Möglichkeiten
haben. Der Kanton Glarus hat zusammen mit der Hans Eberle AG meine Berufslehre finanziert. Erst dadurch
wurde es mir überhaupt ermöglicht, diesen Weg zu gehen und gleichzeitig finanziell für meine Familie da
zu sein.

Wo hast du dir Hilfe geholt, wenn du nicht weitergekommen bist?

Anfangs hatte ich grosse Mühe mit der Digitalisierung und dem Laptop. Ich war es einfach nicht so
gewohnt wie die Jüngeren, alles digital zu erledigen. Da haben mich meine Kinder grossartig unterstützt.
Wenn es um praktische, mathematische oder physikalische Fragen ging, habe ich mich oft
durchgegoogelt, KI-Tools genutzt oder mir YouTube-Videos angeschaut, um die Prozesse besser zu
verstehen.

Kannst du dich an einen Moment erinnern, auf den du besonders stolz bist?

Natürlich die Lehrabschlussfeier! Das war ein wunderschöner Moment, und wir konnten alle stolz auf uns sein. Ein persönliches Highlight war für mich aber auch, als ich die Teilprüfung im Drehen & Fräsen mit der Note 5.0 bestanden habe. Ich hatte in diesem Bereich kaum Vorkenntnisse und musste mich extrem reinhängen, um die Theorie und Praxis zu meistern. Dass sich das so ausbezahlt hat, hat mich sehr erstaunt aber natürlich auch gefreut.

Was hat sich für dich verändert, seit du die Lehre abgeschlossen hast?

Ich verstehe jetzt das 'Warum" hinter den einzelnen Produktionsschritten viel besser. Durch das theoretische Wissen, das ich mir aneignen konnte, sehe ich meinen Arbeitsalltag mit ganz anderen Augen. Es tut gut zu wissen, dass ich den ganzen Stoff nicht umsonst in den Kopf gepresst habe, sondern ihn jetzt täglich nutzen kann.

Du hast das EFZ in der Tasche - herzliche Gratulation! Hast du schon weitere Ziele?

Im Moment erst einmal nicht. Die letzten drei Jahre waren sehr intensiv, und ich möchte mir jetzt eine wohlverdiente Pause gönnen. Ich kann mir gut vorstellen, später noch spezifische Kurse zu besuchen, um mein praktisches Wissen zu vertiefen. Aber ich merke auch, dass das Lernen in meinem Alter und mit der Sprachbarriere kein Selbstläufer ist. Jetzt wird erst mal durchgeatmet.

Was würdest du anderen Mitarbeitenden sagen, die mit dem Gedanken spielen, eine Erwachsenenlehre zu machen?

Unbedingt machen! Ich kann es wirklich jedem nur wärmstens empfehlen. Eine Erwachsenenlehre ist die beste Investition, die man in die eigene persönliche und berufliche Weiterentwicklung stecken kann. Man darf keine Angst davor haben; einfach wagen und ausprobieren!

 

Herzlichen Dank!

Vielen Dank für die offenen Worte. Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Reise und wünschen dir viel Erfolg im Beruf und mit deiner Familie!